Gestüt Lindenbooms
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Rund um die Fohlengeburt

Wer erfolgreich züchten möchte, muss nicht nur die geeignete Stute und den richtigen Hengst für die Anpaarung wählen. Vieles hängt auch vom Management der tragenden Stute und vor allem von einer komplikationslosen Geburt des Fohlens ab. Ganz wichtig sind hygienische Stallbedingungen, eine gesunde Stute, eine angemessene Erstversorgung des Fohlens, ein qualifizierter Tierarzt und vor allem umfassende Kenntnisse des Geburtsablaufs beim Pferdebesitzer.

Als Faustregel gilt, dass nach elf Monaten und elf Tagen nach Bedeckung der Stute der Stichtag für die Geburt eines Fohlens liegt. Im Durchschnitt dauert die Trächtigkeit einer Stute 335 Tage. Aber natürlich gibt es davon immer Abweichungen. Sowohl zehn Tage zu früh als auch noch sechs Wochen zu spät sind keine Seltenheit, ohne dass es zu Problemen bei der Geburt kommt. Äußere Einflüsse sowie körperliche Voraussetzungen können den Ablauf der Trächtigkeit einer Stute wesentlich beeinflussen. Umso wichtiger ist es für den Pferdebesitzer, sich auf den Zeitpunkt der Fohlengeburt entsprechend vorzubereiten.

Besonders stark wächst das Fohlen im Körper der Stute in den letzten zwölf Wochen vor der Geburt. In dieser Zeit entwickelt das Fohlen fast zwei Drittel seines Körpergewichts. Entsprechend muss gerade in dieser Zeit die Stute ausreichend mit Nährstoffen versorgt werden. Ihr Bedarf an Eiweißen, Spurenelementen und Vitaminen ist jetzt besonders hoch. Wichtig ist, dass sich die Stute auch weiterhin ausreichend und ohne Stress bewegen kann. Außerdem ist es nicht sinnvoll, sie aus ihrem vertrauten Herdenverband zu nehmen. Die Geburt kann in der freien Natur oder einem großen Laufstall, aber in der Regel besser in einer Abfohlbox erfolgen. Sollte die Stute nicht an den Stall gewöhnt sein, sollte ihr vorher genügend Zeit gegeben werden, um sich an die neue Umgebung zu gewöhnen. Hierbei ist besonders auf die Hygiene und Qualität der Unterbringung zu achten. Denn das Immunsystem der Stute passt sich den äußeren Bedingungen an. Umso bedeutsamer, da in den letzten Wochen vor der Geburt von der Stute die Abwehrstoffe für die erste Muttermilch produziert wird. Die Bildung der Antikörper orientiert sich an dem Keimmilieu der aktuellen Haltungsbedingungen.

Wenn der Geburtstermin naht, muss der Züchter regelmäßig Kontrollgänge machen. Beschlagenen Stuten sollte man vorsichtshalber die Eisen abnehmen. Videoüberwachung oder andere Messsysteme, die entweder auf Körpertemperatur, Gebärkontraktion oder Liegen der Stute reagieren und dies per Funksender melden, geben zusätzlich Sicherheit. Gute Hinweise auf eine bevorstehende Geburt liefert in der Regel die Euterbildung. Gerade unerfahrene Stuten sollte man an eine Berührung des Euters gewöhnen. Dann werden die Mütter wohl auch mit großer Wahrscheinlichkeit ihre Neugeborenen säugen lassen. Dabei darf es aber nicht zu einem Anmelken kommen, denn wenn die Milchproduktion einmal in Gang gesetzt wird, ist sie nicht mehr aufzuhalten. Dem Fohlen würde gerade die erste so lebenswichtige Milchration – sie wird auch als Kolostrum- oder Biestmilch bezeichnet - verloren gehen.

Vier Wochen vor der Geburt wird das Euter immer stärker herausgebildet. In den letzten Tagen füllen sich langsam die Zitzen und es ist eine deutliche Spannung des Euters erkennbar. Etwa 24 Stunden vor der Geburt beginnen die Zitzen zu glänzen und es bilden sich die ersten „Harztropfen“, eine gelblich durchscheinende Flüssigkeit. Aber auch hier ist zu berücksichtigen, dass sich nicht alle Stuten an diese „Regeln“ halten und vor der Geburt kaum entsprechende Anzeichen zeigen. Die Geburt wird von vielen Faktoren gesteuert. Unterschiedliche Hormone und das Nervensystem spielen hier eine große Rolle. Die meisten Fohlen kommen nachts zur Welt, denn die Stuten suchen sich einen Zeitpunkt zu dem sie relativ ungestört sind. Alles Ungewohnte kann zu Verzögerungen führen. Der Geburtsablauf lässt sich grob in drei Phasen aufteilen, und zwar in das Eröffnungs-, Austreibungs- und Nachgeburtsstadium.

Bei der Geburt helfend einzugreifen, ist nur dann sinnvoll, falls Komplikationen auftreten sollten. Ein Fohlen kommt normalerweise mit gestreckten Vorderbeinen und darauf liegendem Kopf zuerst zur Welt. Liegt es anders oder kommt es zu anderweitigen Problemen, ist natürlich schnelles Handeln notwendig, da sonst beispielsweise die Gefahr einer Sauerstoffunterversorgung droht. In diesen Fällen sollte dringend ein Tierarzt hinzu gezogen werden.

Eine Fohlengeburt dauert meistens nicht lange. Ein gesundes Fohlen unternimmt sehr schnell die ersten Stehversuche und kann bereits nach ein bis zwei Stunden selbständig stehen, entwickelt schnell einen Saugreflex und hat in der Regel nach einigen Stunden schon das erste Mal von der Muttermilch getrunken. Die Körpertemperatur eines Fohlens liegt zwischen 37,2 und 38,7 Grad Celsius. Falls die Geburt reibungslos verlaufen ist, sollte nach einer Erstversorgung die Box schnellstens verlassen werden, damit sich Stute und Fohlen ungestört aneinander gewöhnen können. In einem Zeitraum von einem Tag nach der Geburt sollte ein Tierarzt kontrollieren, ob bei Fohlen und Stute alles in Ordnung ist. Eine Untersuchung des Nabels ist sicher ratsam, da er sich leicht entzündet und so Krankheitskeime in Körper des jungen Fohlens gelangen können. Mithilfe einer Blutuntersuchung kann der Immunstatus des Fohlens überprüfen werden, damit sich lebensgefährliche Infektionen ausschließen lassen.